Verbeugung vor Spiegeln

Über das Eigene und das Fremde

Man könnte meinen, das Fremde sei allgegenwärtig. Jedenfalls gibt es kaum ein Thema, das von der Tagespolitik über die Medien bis zu den Stammtischen so heftig diskutiert wird, und immer geht es um die Fremden und um Abwehr, Regulierung und Integration. Martin R. Dean, als Sohn eines Vaters aus Trinidad in der Schweiz geboren, kennt die Debatte, vor allem aber kennt er die Erfahrung, die er in vielen seiner Romane fruchtbar gemacht hat. So auch in diesem Buch, in dem er das Fremde als radikale Erfahrungsmöglichkeit im Austausch unter Menschen beschreibt. In  vielfachen Selbstbegegnung sucht er nach Spuren der eigenen Verwandlung, wie sehr ihn das Fremde, die Begegnung mit dem anderen, auf Reisen, in der Literatur, zu dem gemacht hat, der er ist. Und er kommt zu einem überraschenden Schluss: Das Fremde, das eigentliche Kapital der Moderne, droht in den Prozessen der Globalisierung zu verschwinden. Um es wiederzugewinnen, müssen wir darauf bestehen, dass das Fremde fremd bleibt, wir müssen es aushalten. Und wir müssen vor allem „verlernen“, es uns verständlich machen zu wollen.

Auf der Shortlist für den Schweizerischen Buchpreis

 

„Martin R. Dean ist eine der kraftvollsten Stimmen der Schweizer Literatur.“

Frankfurter Neue Presse

 

 

«Falsches Quartett» Roman

Martin R. Dean hat einen klaren Blick, gnadenlos und liebevoll zugleich, für seine Figuren, die darunter – und das ist seine große Kunst – zu Menschen werden. Er erzählt eine Geschichte, in der sich jeder am anderen festklammert, je mehr er sich verlorenzugehen droht.

Lucas Brenner ist Deutschlehrer an einem Gymnasium in der Schweiz. Anders als in der Ehe mit Lisa begegnet er in der Schule den Enttäuschungen und der Routine des Alltags mit Leidenschaft – für die Literatur. Im Fall der klugen und rätselhaften und labilen Nadia, die dafür empfänglich ist, ist es vielleicht mehr als das? zumindest hat Lisa einen Verdacht, sie ist aber zu sehr mit sich selbst beschäftigt, nachdem sie ihre Anstellung als Bildredakteurin bei einer Lokalzeitung verliert. Auch Deniz, ein aus Deutschland zugezogener Schüler mit türkischen Wurzeln, der an Schlafkrankheit leidet, fühlt sich zu Nadia hingezogen. Lisa erfindet sich indessen als Porträtfotografin neu und entfernt sich weiter von Lucas. Oder ist es umgekehrt? Als sie Deniz als Fotomodell engagiert, ist das falsche Quartett komplett: Der Reigen schließt sich.

«Der Ursprung ist sein Thema, von den Gärten bis zu den Vätern. Auf der Höhe seines Könnens ist Martin R. Dean ein berückender Schreiber.»
Paul Nizon

«Ein Koffer voller Wünsche» Roman

Das Leben eine Flucht, und was für eine! Der Enge der Schweiz, einer drohenden Heirat und der allzu behaglichen Bürgerlichkeit meint Filip in die Weltstadt London entkommen zu können. Dass Ausbruchsversuche wie dieser vielleicht in der Familie liegen, erzählt uns Martin R. Deans grandios witziger und zugleich hintergründig ernster Roman »Ein Koffer voller Wünsche«.

Schon der leibliche Vater Filips, ein Inder, war bei der Mutter nur kurz zu Gast, dann hat er sich davongemacht. Ist nicht jede Flucht insgeheim auch eine Suche? Martin R. Deans Held findet ausgerechnet in einem Reisebüro Arbeit, das eine pittoreske Hochglanzschweiz zu verkaufen hat. Und er wird sich auch von der mehr als perfekten künftigen Ehefrau nicht trennen. Auf doppelbödige Weise stellt Deans Buch die Frage nach der Heimat noch einmal. Wenn der Roman die Menschen hier und dort mit großer Genauigkeit betrachtet, dann kommt er zu einem geradezu universalen Schluss.

Wir alle sind ewige Migranten unserer Sehnsucht, in der Hand »einen Koffer voller Wünsche«.

Martin R. Dean
«Ein Koffer voller Wünsche»
Roman, Jung & Jung
288 Seiten, gebunden
€ 22,- / Sfr 31,90
ISBN-10: 3902497920
ISBN-13: 978-3902497925

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«Meine Väter» Roman

Eine Parabel auf das Rätsel der Herkunft –
ein großer Familienroman.

Robert ist 40, Dramaturg in Basel, verheiratet, Vater einer Tochter. Jetzt, nach dem Tod des Stiefvaters, macht er sich auf die Suche nach seinem leiblichen Vater, einem Inder aus Trinidad. Sein Leben lang hat er sich ihn als »eine Art Märchenprinz mit silbernem Stöckchen« vorgestellt. Doch als er ihn in London endlich aufspürt, trifft er auf einen ärmlichen alten Mann, der im Rollstuhl sitzt und seine Sprache verloren hat.

Martin R. Dean
«Meine Väter»
Roman, Verlag Hanser
400 Seiten, gebunden
€ 24,90 / Sfr 42,80
ISBN 3-446-20266-8

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«Monsieur Fume oder Das Glück der Vergesslichkeit» Roman

In kurzen, humorvollen Geschichten nimmt Monsieur Fume, ein hoffnungsloser Kämpfer in den Mühen des Alltags, ein Tagträumer, der nichts so sehr wie die bevorstehende Zeitenwende fürchtet, Abschied von diesem Jahrhundert. Martin R. Dean hat eine Figur entworfen, die man als Gegenbild zur modernen Welt, ihrer Geschwindigkeit, ihrem Lärm, ihrer Allgegenwart begreifen kann. "Dean erzählt diese existenzielle Selbstvergewisserung am Vorabend einer Jahrtausendwende mit spielerischem Sinn für Witz, Ironie und Pointe, und er gibt ihr eine poetische Sprache." SÜDDEUTSCHE ZEITUNG

Martin R. Dean
«Monsieur Fume»
Roman, Verlag Hanser
208 Seiten, Hardcover

€ 19,90 / Sfr 34,60

ISBN 3-446-18925-4


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«Die Ballade von Billie und Joe» Roman

Billie, die sich so nennt, weil sie die rauchige Stimme von Billie Holiday über alles liebt, und Joe, der eigentlich Giovanni heißt und von der Freiheit in Amerikas Weiten träumt, lernen sich auf dem Rummelplatz einer Schweizer Grenzstadt kennen. Es beginnt die Geschichte einer Liebe, die nicht zur "Beziehung" werden kann und will und die doch an der Macht der Bilder, der Phantasien und Vorstellungen zu zerbrechen droht. Ein Roadmovie der 90er Jahre. "Seit Döblins Alexanderplatz hat es keinen solchen erotischen Wörterrausch und keinen vergleichbar mitreißenden Liebestaumel in der deutschsprachigen Literatur gegeben." FRANKFURTER RUNDSCHAU

Französisch: La Ballade de Billie et Joe. Edition Circé, 97

Martin R. Dean
«Billie und Joe»
Roman, Verlag Hanser

208 Seiten, Hardcover
€ 19,90 / Sfr 34,60
ISBN 3-446-18925-4
Französisch: La Ballade 
de Billie et Joe. 
Edition Circé, 97

«Der Guayanaknoten» Roman

Geschichten, überall Geschichten. Martin R. Dean entwickelt einen raffinierten Roman, in dem sich einer aus der Enge seiner Schweizer Mansardenwohnung nach der Weite, der Welt sehnt. Er erfindet Geschichten und erzählt sich so über alle Schweizer Berge hinweg nach Rom, nach Rügen, ja bis nach Trinidad, an die Wurzeln der karibischen Herkunft des Autors.

Martin R. Dean
«Der Guayanaknoten»
Roman, Verlag Hanser
296 Seiten, Hardcover
€ 19,90 / Sfr 34,60
ISBN 3-446-17220-3

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«Ausser mir»

Ein Journal - EDITION AKZENTE

Ein Gedächtnisbuch voller Geschichte(n), die bisher übergangen wurden. Ein Buch voller Parabeln, Kleinstgeschichten, verborgener Zusammenhänge und Beobachtungen; ein witziges und scharfsinniges, boshaftes und präzises, ein eigenwilliges, ethnologisches und sinnliches Buch. Und zugleich die heimliche Geschichte eines Ich, das sich im grossen und kleinen Lauf der Welt verliert, um sich neu zu finden: ein Journal über die Erfindung der Welt im Kopf.

Martin R. Dean
«Ausser mir»
Ein Journal - EDITION AKZENTE
Carl Hanser Verlag
160 Seiten, Hardcover

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«Der Mann ohne Licht» Roman

Es beginnt wie in einem Detektivroman: der Journalist Dill will einen Schriftsteller portraitieren, der seit zehn Jahren schweigt. Als es Dill endlich gelingt, den Schriftsteller aus der Reserve zu locken, zieht dieser ein unfertiges Manuskript aus der Schubalde: Der Mann ohne Licht, die Geschichte Thomas Alva Edisons. Kurze Zeit später stirbt Loder eines gewaltsamen Todes. Dill hofft in seinen Aufzeichnungen den Schlüssel für den Tod des kauzigen Loder zu finden. Vielleicht sogar den Schlüssel für sein Leben.

Martin R. Dean
«Der Mann ohne Licht»
Ein Journal - EDITION AKZENTE

Verlag Hanser
232 Seiten, dtv Taschenbuch 12139
Übersetzungen:
schwedisch: Mannen Utan Ljus. Bonniers. 88

«Die gefiederte Frau»

Fünf Variationen über die Liebe

Martin R. Deans Liebesgeschichten führen in ein Labyrinth der Obsessionen und imaginierten Leidenschaften, in einen üppig wuchernden Garten der Lüste. In welcher Reihenfolge man die Erzählungen auch liest: ineinandergreifend wie eine grosse metaphysische Maschine verdrehen sie einem den Kopf und lenken den Blick auf dieses obsure Objekt der Begierde.
Der Garten der Lüste als Labyrinth, in dessen Mitte – schön wie in unserer Wunschvorstellung – die Geliebte sitzt.

Martin R. Dean
«Die gefiederte Frau»
Verlag Hanser
dtv Taschenbuch 10758
170 Seiten, dtv Taschenbuch 12139
Übersetzungen: holländisch: De Geverderde Vrouw. Manteau, 86

«Die verborgenen Gärten» Roman

Das erste Buch des Schweizers Martin R. Dean ist ein überaus intelligentes, mit fast hinterhältiger Phantasie geschriebenes Prosastück. Es ist zugleich Satire auf den Junggesellenmythos, Sage vom Minotaurus, Parabel auf den Umgang des Menschen mit der Natur, und vor allem raffinierte Kriminalgeschichte, durch deren labyrinthische Gänge statt des Polizisten ein Selbstmörder, ein Mörder und der Erzähler irren.
Ein Roman voller hinterhältiger Phantasie über Kopf- und Gartenlabyrinthe, einen Wahnsinnigen und Borges.

Martin R. Dean
«Der Mann ohne Licht»
Verlag Hanser
300 Seiten, Hardcover
Übersetzungen:
französisch: Les Jardins Secrets. Gallimard, 1982
norwegisch: De Skulte Haver. Gyldendahl, Norsk, 1986
schwedisch: De hemlige Trägardarna. Bonniers, 1984